| Wasserbecken mit Mosaik und Wasserspeier im Innenhof des Institutsgebäudes Am 17. April 2005 wurde im Rahmen einer Feier die Neugestaltung des
Wasserbeckens nach antiken Vorbildern im Innenhof des Institutsgebäudes
gefeiert. Ein Mosaik mit Meeres- und Fabelwesen schmückt das Becken
und ein Wasserspeier in Form des griechischen Gottes Okeanos sorgt für
ein Wellenspiel. Mit diesem Gestaltungselement antiker Baukunst, das
weit und breit seinesgleichen sucht, verfügt die Saalburg nun über
ein hervorragendes Anschauungsobjekt für die gehobene Ausstattung
römischer Wohnhäuser. Mosaik Das figürliche, farbige Mosaik schmückt die Bodenfläche des Wasserbeckens. Die Wandfläche ist mit weißen Mosaiksteinen verkleidet. Bodenfläche: ca. 16 qm (3,20 x 5,00 m) - 60 000 Mosaiksteine Die Motive stammen vom Meereswesenmosaik aus Bad Vilbel. Es wurde dort Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in einer römischen Thermenanlage gefunden und ist heute im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zu besichtigen. Es gilt als eines der schönsten Mosaike nördlich der Alpen. Motive der Komposition auf der Saalburg: Fabelwesen - Drei Seekentauren, Mischwesen aus Mensch, Pferdevorderleib und Fischhinterleib.
Der erste bläst in eine trompetenförmige Muschel, der zweite
trägt ein Schiffsruder, der dritte hält eine Muschel in der
Hand. Bei zweien sind die Vorderhufe als Krebsschwänze ausgebildet.
Das Mosaik umgibt ein Ornamentstreifen mit einem Zinnenfries und einem Schlingband. Auch diese Elemente sind dem Bad Vilbeler Mosaik entlehnt. Verarbeitet sind verschiedenfarbige Materialien: Marmore, Kalksteine
und Basalt. Die Gestaltung des Wasserbeckens wurde von der Firma Marmor Ströhmann GmbH in Hofheim-Wallau übernommen. Sie beauftragte das Atelier Ro.Ma Mosaici des Ehepaars Ruta in Ragusa/Sizilien mit der Herstellung des Mosaiks. Rosangela Ruta war für die künstlerische Gestaltung und Marco Ruta für die technische Umsetzung verantwortlich. So wurde das Saalburgmosaik gefertigt: Das Bild der Vorlage wurde auf eine Folie umgesetzt und mit einem Overhead-Projektor in der gewünschten Größe auf eine Wand projiziert. Auf einzelnen Papierblättern wurden an der Wand die Konturen der Figuren nachgezeichnet und die Farben vermerkt. Die einzelnen Blätter wurden dann auf dem Boden zu einem Gesamtmotiv zusammengefügt. Im nächsten Schritt wurde dieses in einzelne Partien aufgeteilt, wobei darauf geachtet wurde, dass später keine sichtbaren Nähte auftreten. Die einzelnen Partien wurden dann auf Tische gelegt, mit einer durchsichtigen Plastikfolie und einem Glasfibernetz bedeckt. So waren die Konturen noch erkennbar. Auf dieses Netz wurden dann die Mosaiksteinchen geklebt, wobei die Vorlage als Vorbild herangezogen wurde - eine Tätigkeit, die großes künstlerisches Können voraussetzt. Die einzelnen Partien des Mosaiks mit dem Netz als Trägermaterial wurden zur Saalburg gebracht, nach einem Verlegeplan in das Becken eingebracht und verfugt. Wasserspeier Der Wasserspeier ist eine Kopie einer bronzenen Brunnenmaske (Durchmesser: 17,3 Zentimeter). Sie stellt den Kopf des Gottes Okeanos dar, der in der Antike als Vater der Flüsse, des Meeres, der Quellen und der Brunnen galt. Das Original stammt aus Treuchtlingen-Schambach in Mittelfranken. Es handelt sich um ein ungewöhnlich qualitätvolles Werk, das im Römermuseum Weißenburg ausgestellt ist. Furcht erregend wirkt Okeanos mit dem zornigen Blick, dem weit ufgerissenen Mund und den wirren Haaren. Im Haar windet sich allerlei Meeresgetier. Zu erkennen sind Fische, Muscheln, Tintenfische und Garnelen. Den Abguss fertigte Hermann Hess, Restaurator an der Archäologischen
Staatssammlung München. |