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Die Saalburg als Forschungsinstitut

Neben den Aufgaben als Museum und Freilichtanlage spielte auf der Saalburg von Anfang an auch die Erforschung der römischen Antike eine maßgebliche Rolle. Einer der Schwerpunkte der Forschungstätigkeit der Saalburgmitarbeiter stellte schon früh die Geschichte des Limes und des Limeshinterlandes- vor allem im näheren Umfeld der Saalburg - dar. Eine aktuelle Fortsetzung findet dieses Thema in der Eintragung des Limes in die UNESCO-Liste des Welterbes. Aus diesem Anlass arbeitet das Saalburgmuseum in Verbindung mit verschiedenen Partnern der Region an der Einrichtung eines Limeserlebnispfades Hochtaunus, der von Glashütten bis Ober-Mörlen reichen soll.

Weitere Forschungsschwerpunkte stellt die Vorlage der umfangreichen Fundmaterialien der Saalburg und benachbarter Kastelle dar, die als Standardwerke gelten. Darüber hinaus wurden Schwerpunkte in der Erforschung antiker Geschütze sowie der Funktionsweisen römischer Heizsysteme gesetzt, die jeweils auch durch praktische Versuche ergänzt wurden.
Die Ergebnisse dieser Forschungen auf der Saalburg und Beiträge internationaler Wissenschaftler werden regelmäßig in einer eigenen Zeitschrift, dem Saalburg-Jahrbuch, publiziert.

Als Herz des Forschungsinstituts darf zurecht die Bibliothek gelten, die seit nunmehr 100 Jahren systematisch ausgebaut wird und inzwischen rund 30.000 Bände umfasst. Themenschwerpunkt ist die römische Archäologie sowohl des italischen Mutterlandes als auch der Provinzen des römischen Reiches. Die Herausgabe eigener Publikationen ermöglicht einen umfangreichen Schriftentausch mit rund 250 Tauschpartnern in aller Welt, der erheblich zum Ausbau der Bibliothek beiträgt.
In Zusammenarbeit mit der Abteilung Archäologie der römischen Provinzen des Archäologischen Instituts der Universität Köln erfolgte die Erfassung und Erschließung des Saalburg-Archives. Die Archivalien und die umfangreiche Glasplattensammlung wurden restauriert. Im Rahmen eines Kolloquiums zur Erfassung und Erschließung archäologischer Institute gab das Projekt der archäologischen Fachwissenschaft den Anstoß, sich diesem Thema in stärkerem Maß zu widmen.

Zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs lädt das Saalburgmuseum regelmäßig zu wissenschaftlichen Kolloquien ein, zuletzt 2004 themenbezogen zum Antrag auf Aufnahme des Limes in die Liste des UNESCO-Welterbes. Andere Kolloquien befassten sich beispielsweise mit der Geschichte des Kaisers Traian oder mit dem Ende des Limes in den germanischen Provinzen. Die Ergebnisse der Kolloquien finden in der Regel Eingang in die hauseigenen Publikationen.

 

Publikationen des Saalburgmuseums

Louis Jacobi hatte mit dem Buch "Das Römerkastell Saalburg", das 1897 erschienen war, den vielbeachteten wissenschaftlichen Grundstein der Publikationstätigkeit des Saalburgmuseums gelegt.

Seit 1899 hatte Louis Jacobi, später sein Sohn Heinrich, in Jahresberichten über den Stand der Ausgrabungen, dabei zutage geförderte wichtige Befunde und Funde sowie über den Fortgang der Wiederaufbauarbeiten im Kastell berichtet. Der Saalburg-Jahresbericht erschien als separater Druck bis zum Jahr 1909.
Im Jahr 1910 legte das Museum erstmals das Saalburg-Jahrbuch vor, in dem nun auch der jährliche Tätigkeitsbericht Aufnahme fand. Mit dieser neuen Fachzeitschrift war das Organ geschaffen, in dem die Saalburgforscher über ihre Arbeit breitere Rechenschaft geben konnten.
War das Jahrbuch zunächst als reines Publikationsmedium für die Forschungen im unmittelbaren Saalburg-Umfeld angelegt, so bot es doch auch bald anderen Wissenschaftlern ein Podium zur Darstellung ihrer Forschungsergebnisse. Heute stellt das Saalburg-Jahrbuch ein renommiertes Publikationsorgan der internationalen Provinzialrömischen Forschung dar. Bis heute sind über 50 Bände des Saalburg-Jahrbuches erschienen.

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Neben dem Jahrbuch gibt das Saalburgmuseum seit 1995 mit den Saalburg-Schriften eine weitere Schriftenreihe heraus, in der sowohl Einzelthemen und populärwissenschaftliche Darstellungen, aber auch Kongress- und Tagungsberichte abgedruckt werden, ferner Begleithefte zu Sonderausstellungen.

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Eine museumspädagogische Schriftenreihe, die „Kleine Schriftenreihe zur römischen Archäologie und Geschichte“, wendet sich speziell an die zahlreichen Schulklassen und Kinder, die alljährlich das Museum besuchen.

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