RÖMERKASTELL SAALBURG  ARCHÄOLOGISCHER PARK   UNESCO-WELTERBE LIMES 

 

Pressemitteilung

Römerkastell Saalburg, den 13. Januar 2015

Römerkastell Saalburg: das Jahr 2014 im Rückblick

Die Eröffnung der römischen Werkstätten und der Garküche, die Sonderausstellungen „Licht! Lampen und Leuchter der Antike“ und „Als Augustus die Welt schätzen ließ“ zeugen von einer vielfältigen Ausstellungstätigkeit im vergangenen Jahr. Die Thementage widmeten sich der Lebenswirklichkeit der Soldaten und ihrer Frauen auf der Saalburg. An einem Wochenende mit den Steinmetzen der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung Hessen-Mitte konnten die Besucher ein römisches Handwerk in all seinen Facetten kennenlernen und selbst Hand an den Stein legen. Insgesamt wurde wieder ein buntes Jahresprogramm für alle Altersgruppen und Interessen geboten. Die Besucherzahl lag mit annähernd 120.000 Personen über der des Vorjahrs und belegt damit die erfolgreiche Entwicklung neuer spannender und zielgruppengerechter Angebote. Ungebrochen hoch ist auch die Nachfrage nach Veranstaltungen mit persönlicher Betreuung wie Führungen und Aktivprogramme.

Werkstätten und Garküche: Die neue Dauerausstellung
Den Höhepunkt im Museumsjahr bildete sicher die Eröffnung der rekonstruierten Werkstätten und der Garküche in der Fabrica Anfang Juni. Die nach römischen Vorbildern eingerichteten Werkstätten eines Knochenschnitzers, eines Schuhmachers und die Garküche sind nun als erstes Element der neuen Dauerausstellung für das Publikum zugänglich. Mit tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins Saalburg e.V. und engagierter Sponsoren ist es gelungen, die Arbeitswelt römischer Handwerker anschaulich zu inszenieren. Nachbauten der Einrichtungen, Rekonstruktionen der verschiedenen Werkzeuge, Originalfunde aus den Sammlungen der Saalburg, Informationstafeln und Videos geben ein lebendiges Bild der Besonderheiten und außerordentlichen Qualität römischen Handwerks. Mit diesen lebendig und spannend inszenierten Werkstätten ist die Saalburg um eine Attraktion reicher. „In den nächsten Jahren kann unsere Museumspädagogik nun das interaktive Veranstaltungsangebot um viele Aspekte des römischen Handwerks und Lebens erweitern. Das kommt der Ausrichtung auf die experimentelle Archäologie und Vermittlung sehr zu Gute und ist ein erster wichtiger Schritt für die Neugestaltung unserer Dauerausstellung“ freut sich Saalburgdirektor Dr. Carsten Amrhein.

Lampen, Licht und Weihnachtsbrauchtum: Die Sonderausstellungen
Die Sonderausstellung „Licht! Lampen und Leuchter der Antike“ zeigte von Juli bis Oktober eine große Auswahl antiker Öllampen von griechischer bis in die byzantinische und islamische Zeit. Die Ausstellung beleuchtete die täglichen, nächtlichen und manchmal delikaten Lebenssituationen, in denen nach Beschreibungen der antiken Literatur Lampen zum Einsatz kamen.
Im November eröffnete die Sonderausstellung „Als Augustus die Welt schätzen ließ…“. Diese Ausstellung gibt einen spannenden Überblick über den Wandel der weihnachtlichen Festkultur von den Anfängen in den urchristlichen Gemeinden bis in unsere Tage. Gezeigt wird der vielfältige, bunte und manchmal merkwürdige Schmuck, der seit dem Barock unsere Christbäume schmückt. Nachdenklich wird den Besucher die Instrumentalisierung des Weihnachtsfests und des Christbaumschmucks in Zeiten von Krieg und nationalsozialistischem Terrorregime in Deutschland stimmen. Staunen erregen dagegen die sinnigen Mechanismen der automatisch drehbaren Weihnachtsbaumständer. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 01. Februar 2015 zu sehen.

Steinmetze, Lampenmacher, Soldaten und römische Frauen
In mehr als 2.800 Veranstaltungen, Führungen, Aktiv- und Ferienprogrammen, an Thementagen und bei abentlichen Events vermittelte das Team der Saalburg im Jahr 2014 bewegende Eindrücke vom Leben der römischen Soldaten und der Zivilbevölkerung in einem Grenzkastell am Limes. Bei vielen Gelegenheiten konnten die Besucher nicht nur zuhören und zuschauen, sondern selbst anpacken und mitmachen: Es wurde Korn gemahlen, mit Stein und Textilien gearbeitet, Feuer entzündet, es wurden Lampen hergestellt, römische Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge ausprobiert und vieles mehr.
Die Kurse und Workshops zu antiken Handwerkertechniken und zum Bauen von Bögen vermittelten ein echtes Erlebnis und eine neue Erfahrung für die Teilnehmer – nicht nur während der Übernachtung in dem alten Gemäuer der Saalburg.
Das Handwerk der römischen Soldaten trainierten die Besucher beim Schwerttraining oder der berühmten Verteidigungsformation Schildkröte mit römischen Schilden. Wie die auf der Saalburg stationierten Soldaten für die Kampfeinsätze übten, zeigten eindrucksvoll die Mitglieder der Cohors Secunda, der Stammtruppe der Saalburg, der Kohorte der Vindeliker aus Großkrotzenburg und der Grenztruppen vom Taunuslimes, der Limitanei Taunenses während ihres Aufenthalts Anfang Mai. Die Soldaten zeigten fachlich fundiert viele Aspekte des Soldatenlebens auf dem Saalburgpass.
Während der Ferienprogramme in den Sommerferien konnten sich die Kinder auch dieses Jahr für einen Tag zurückversetzen lassen in die Römerzeit, bei archäologischen Ausgrabungen helfen oder eine Nacht im Römerkastell verbringen.

Steigende Besucherzahlen
Mit 120.000 Personen sind im vergangenen Jahr etwa 5 % mehr Besucher im Römerkastell Saalburg gezählt worden. Wie in den anderen Freilichtmuseen und Freizeitparks der Region auch ist dies auf die gute Witterung besonders an den besucherstarken Wochenenden im Sommer und das erweiterte und interessante Jahresprogramm zurückzuführen. Negativ hat sich leider die zeitweise Sperrung der
B 456, vor allem in den Herbstferien, bemerkbar gemacht. Viele Besucher konnten die Saalburg nicht erreichen. Vor diesem Hintergrund sind die gestiegenen Besucherzahlen umso erfreulicher.
Die Jahresstatistik hält weitere erfreuliche Ergebnisse bereit: Die Zahl der Veranstaltungen für Schulklassen und Erwachsenengruppen ist nahezu konstant geblieben (über 2800). Dies ist vor allem auf die Entwicklung neuer, attraktiver und zielgruppengerechter Veranstaltungsangebote zurückzuführen, die den Besuch der Saalburg auch in der kälteren Jahreszeit zu einem lohnenden Erlebnis machen. Die Räumlichkeiten mit den neuen römischen Werkstätten in der Fabrica bieten hierfür einen komfortablen – und beheizbaren – Rahmen. So kommt es, dass wie schon im letzten Jahr die Buchungszahlen im November und Dezember höher liegen als früher.

Der akute Mangel an Parkplätzen im gesamten Bereich des Saalburgpasses bleibt jedoch weiterhin bestehen und schränkt die Möglichkeiten für Veranstaltungen im Römerkastell erheblich ein. Die wenigen Parkplätze reichen nicht aus, um die vielen Besucher bei attraktiven Veranstaltungen aufzunehmen, zumal der Besucherparkplatz der Saalburg auch von Wanderern, die nicht das Kastell besuchen, stark frequentiert wird. Die vom Land Hessen finanzierte Neugestaltung des Besucherparkplatzes auf dem sehr beschränkten, landeseigenen Gelände der Saalburg in diesem Jahr hat einige wenige zusätzliche Parkplätze geschaffen, die aber bei weitem nicht für den gesamten touristischen Ansturm auf den Saalburgpass ausreichen.
Die Einführung der Kulturbuslinie 5, die Bad Homburg, die Saalburg und den Hessenpark miteinander verbindet und an den Wochenenden durchaus als Alternative zum Auto angenommen wird, ist ein richtiger Schritt zur Verbesserung der angespannten Verkehrssituation. Sehr zu begrüßen wäre allerdings eine dichtere Taktung der Busverbindungen, auch an den Wochentagen.

 


Rückfragen bei
Dr. Carsten Amrhein
TEL 06175/9374-23, FAX 06175/9374-11
amrhein.c@saalburgmuseum.de

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