RÖMERKASTELL SAALBURG  ARCHÄOLOGISCHER PARK   UNESCO-WELTERBE LIMES 

 

Pressemitteilung

Römerkastell Saalburg, den 17. Juni 2016

VORSCHAU ZUR SONDERAUSSTELLUNG

Von Pfeil und Bogen
Sonderausstellung von GPW History Tools & Archery in Zusammenarbeit mit dem Römerkastell Saalburg

Freitag, 1. Juli bis Sonntag, 30. Oktober 2016

Die diesjährige Sonderausstellung „von Pfeil und Bogen“ im Römerkastell Saalburg präsentiert einen Streifzug durch die Geschichte dieser uralten Jagd- und Kriegswaffe. Sie gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des Bogenbaus und zeigt Nachbauten nahezu aller bekannten ur- und frühgeschichtlichen Bogenfunde. Natürlich darf in dieser Übersicht der berühmte steinzeitliche Holmegard-Bogen ebenso wenig fehlen wie der römische Reflexbogen oder der legendäre englische Langbogen. Ein Exkurs in die Welt afrikanischer Ureinwohner und der Indianer Nord- und Südamerikas rundet die Darstellung ab. Mit originalen Fundstücken, erstklassigen Nachbauten, Anschauungsmaterial und großformatigen Tafeln wird das Thema in einzigartiger Weise aufbereitet.

Die Erfindung von Pfeil und Bogen war ein wichtiger Schritt in der Menschheitsentwicklung, führte er doch zu einer effektiveren Jagdweise und mehr Sicherheit für die vorgeschichtlichen Jäger. Seine Entwicklung lässt sich bis in die ausgehende Altsteinzeit verfolgen, die ältesten archäologischen Funde sind über 10.000 Jahre alt. Hier beginnt die Darstellung der Entwicklung des Bogenbaus in der Ausstellung, die über der Mittel- und Jungsteinzeit zur bronzezeitlichen Bogenbewaffnung führt. Als besonderes Exponat aus dieser Epoche ist der Bogen von Vrees im Original zu sehen, der vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zur Verfügung gestellt wurde. Die Gegenüberstellung mit dem Nachbau des Bogens lässt unmittelbar deutlich werden, wie schwierig und aufwändig die Rekonstruktion unvollständig erhaltener archäologischer Funde ist.

Ein Schwerpunkt der Darstellung ist die Antike mit ihrer ausgereiften Bogentechnik, die mit der Herstellung aus verschiedenen Materialien zusammengesetzter Kompositbögen wahre Meisterleistungen hervorbrachte. Auf der Basis der verfügbaren archäologischen Quellen wurden für die Ausstellung mehrere Rekonstruktionen aus dieser Epoche neu angefertigt - ein römischer Reflexbogen ebenso wie ein Skythenbogen und eine optimierte Rekonstruktion des Jagdbogens des Keltenherrschers vom Glauberg. Originalfunde römischer Pfeilspitzen und Nachbauten römischer Pfeile ergänzen das Bild einer ausgefeilten antiken Waffentechnik.

Die Bögen der Spätantike und des Frühmittelalters zeigen verschiedene Bogenbautraditionen, bei denen sogenannte Selfbows aus Vollholz wie auch Kompositbögen vertreten sind. Über die Wikingerbögen geht die Entwicklung zu den englischen Langbögen des Mittelalters, die als furchterregende Kriegswaffe mit ungeheurer Durchschlagskraft in historischen Schlachten von entscheidender Bedeutung waren.

Während die Bogenbewaffnung mit der Entwicklung leistungsfähiger Feuerwaffen in Europa an Bedeutung verlor, blieb sie in anderen Erdteilen die wichtigste Fernwaffe. Ein Exkurs in die jüngere Vergangenheit führt zu den Ureinwohnern Afrikas und zeigt Bögen der San und Massai sowie zu den nordamerikanischen Waldland- und Plainsindianern und den Indianern im Amazonasgebiet Südamerikas. Die vielfältigen Ausstellungsstücke geben damit einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Bogenbaus von der Steinzeit bis ins Mittelalter und die Neuzeit.

Außer der historischen Entwicklung des Bogenbaus wird in der Ausstellung auch die Arbeit des traditionellen Bogenbauers ausführlich beschrieben. Wie zu allen Zeiten handelt es sich dabei auch heute noch um reine Handarbeit, die eine eingehende Materialkenntnis und viel handwerkliche Erfahrung voraussetzt. Die einzelnen Arbeitsschritte beim Bau eines traditionellen Bogens werden dabei ebenso dargestellt, wie der Aufbau des Bogens und seiner Einzelteile und nicht zuletzt die Philosophie, die dieser Arbeitsweise zugrunde liegt.

Im Begleitprogramm zur Ausstellung wird der Thementag „Pfeil und Bogen“ am Sonntag, dem 3. Juli 2016 das Bogenschießen in der Praxis präsentieren. Historische Darsteller und Gruppen werden ihre originalgetreuen Ausrüstungen und ihre Schießkunst zeigen. Dabei ist der steinzeitliche Jäger ebenso vertreten wie sarmatische, römische, früh-, hoch- und spätmittelalterliche Bogenschützen. Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung ist das berittene Bogenschießen, das als Kampfkunst nach historischen Vorbildern vorgeführt wird. Mit einem archäologischen Vortrag und Bogenschießen zum Mitmachen bietet der Thementag Angebote für alle Besucher.

  

Foto: Römischer Bogenschütze
Detailfoto: Rekonstruierte historische Bögen

 


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