RÖMERKASTELL SAALBURG  ARCHÄOLOGISCHER PARK   UNESCO-WELTERBE LIMES 

 

Pressemitteilung

Römerkastell Saalburg, den 09. Juni 2017

VORSCHAU ZUR SONDERAUSSTELLUNG

Vom Schaf zur Tunika – Textilhandwerk und Mode in römischer Zeit
Sonderausstellung des Römerkastells Saalburg in Zusammenarbeit mit dem Museum Schloss Fechenbach, Dieburg.

Freitag, 23. Juni bis Sonntag, 05. November 2017

Die Ausstellung richtet sich an alle interessierten Besucher, besonders aber an Familien und Kinder. Auf anschauliche Art und Weise, unter Zuhilfenahme unterschiedlichster Originalfunde, Repliken und Mitmachstationen werden die einzelnen Arbeitsschritte der Herstellung eines Gewandes von dem Rohstoff Wolle bis zur fertigen Tunika dargestellt.
Das Schaf Solana, das auf einigen Ausstellungstafeln zu finden ist, hilft auch den kleinsten Besuchern zu verstehen, wie viele Arbeitsschritte die Anfertigung einer Tunika benötigt.
Kleidung und Textilien spielen seit Urzeiten eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. Sie dienen zum Schutz und Wärmen des Körpers, demonstrieren aber auch Zugehörigkeit zu Gruppen und schaffen soziale Identität. Aus der römischen Antike überliefern zahlreiche Quellen hierzu eine Fülle von Abbildungen, plastischen Darstellungen und Texten, die uns einen umfassenden Eindruck von der Kleidervielfalt und der Trageweise von Kleidung vermitteln. Kleiderordnungen, die beispielsweise das Tragen der Toga regeln, sind bekannt und übermitteln spannende Einblicke in das Leben und seine unterschiedlichen sozialen Strukturen.
Materialien wie Wolle, Leinen, Baumwolle und sogar feinste Seide aus China oder von der griechischen Insel Kos wurden in leuchtenden Farben gefärbt und zu unterschiedlichen Kleidungsstücken verarbeitet. Leider finden sich jedoch textile Überreste aus römischer Zeit selten, da die Erhaltung organischer Substanzen bestimmten Bedingungen unterliegt. Funde von Textilien stammen beispielsweise aus Brunnen, Mooren oder dem Wüstensand Ägyptens. Auch Geräte zur Herstellung von Geweben sind nicht erhalten, da diese aus Holz bestanden.
Umso spannender sind die originalen Funde von der Saalburg und den anderen Kastellen vom Limes, die in der Ausstellung präsentiert und erläutert werden. Spinnwirteln und Webgewichte, Scheren und Gewandspangen sind zu sehen. Ihre Funktionsweise erklärt sich im Umgang mit den Repliken an vielen Mitmachstationen. An den Thementagen zur Ausstellung demonstrieren erfahrene Weberinnen ihr Können am rekonstruierten Gewichtswebstuhl. Es soll ein Gewebe entstehen, das sich einem antiken Textilfund der Saalburg nähert.
Porträtbüsten, griechische Gefäße und Münzbilder zeigen Frisuren und Kleidung aus der Antike. Eine originalgetreue Toga, das Staatsgewand des römischen Bürgers, kann man am Ende des Rundgangs durch die Ausstellung auf einer Figurine bewundern. Im römischen „Ankleidezimmer“ gibt es die Gelegenheit, einmal selbst eine Tunika anzuziehen, um sich wie ein echter Römer oder eine richtige Römerin zu fühlen.

Eindrucksvoll abgerundet wird die Ausstellung durch die ausdrucksstarken Schafporträts der Schauspielerin und Malerin Barbara Focke. Die hier versammelten Individuen - natürlich haben ihre Geschöpfe Namen - zeigen beeindruckende Beispiele ihrer heiteren Fabulierlust. Schafbilder, Menschenbilder? Selbstironisch hat sie für ihren jüngsten Malzyklus den einzig passenden Titel formuliert: „Porträtmalerei“.

Ein umfangreiches und vielfältiges Programm, bei dem man auch selbst aktiv werden kann, begleitet die Ausstellung. Es beginnt am 25. Juni mit dem Thementag „Römische Kleidung“, setzt sich fort mit dem Workshop „Brettchenweben – Schöne Bänder und Borten“ am 21. und 22. Oktober (Anmeldung erforderlich!) und endet mit einer Überraschung aus der Welt der Schafe während der Finissage am 05. November 2017. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Jahresprogramm auf der Homepage.
www.saalburgmuseum.de


Rückfragen bei
Dr. Carsten Amrhein
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