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Römerkastell Saalburg

Das Römerkastell Saalburg

Antike bis Heute

Römer auf der Saalburg

Der Saalburgpass im Taunus bildete schon in der Antike einen natürlichen Übergang von der Ebene des Mains in das Siedlungsgebiet der Germanen. Hier bauten römische Truppen Anfang des 2. Jahrhunderts ein Kastell aus Holz und kontrollierten diesen wichtigen Verkehrsweg.

Der Limes, die Grenze zwischen dem römischen Reich und den germanischen Stammesgebieten, war zunächst nur eine Schneise im Wald, die von Türmen überwacht wurde. Um das Jahr 120 n. Chr. wurde die Grenzlinie mit einer hölzernen Palisade markiert.

Um 135 n. Chr. kam die 2. Raetische Kohorte mit 600 Fußsoldaten und Reitern auf die Saalburg und baute das Kastell immer weiter aus. Entlang der Straße nach Nida (dem heutigen Frankfurt-Heddernheim) entstand das Lagerdorf (Vicus), eine große Badeanlage, eine Herberge, Tempel und andere öffentliche Bauten. Dort wohnten die Familien der Soldaten zusammen mit Händlern und Handwerkern.

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts bedrohten die germanischen Alamannen die römische Grenze. Die Römer gaben den Limes und die Saalburg schließlich endgültig auf und zogen sich auf das Westufer des Rheins zurück. Kastell und Dorf verfielen.

Ausgrabung und Erforschung

Die verfallenen Mauern der Saalburg dienten seit dem Mittelalter als Steinbruch. Die Zerstörung wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts gestoppt. Um 1850 fanden die ersten archäologischen Untersuchungen statt. In dieser Zeit erforschte die Reichslimeskommission den Limes, seine Kastelle und Wachtürme. Ab 1894 leitete der Architekt und Altertumsforscher Louis Jacobi aus Bad Homburg die Ausgrabungen und später den Wiederaufbau.

Das Kastell und seine unmittelbare Umgebung sind damals vollständig ausgegraben worden. Die Ergebnisse stellten eine bedeutende wissenschaftliche Leistung dar. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. veranlasste 1897 den Wiederaufbau des alten Römerkastells.

Der Wiederaufbau

Auf den antiken Fundamenten des einstigen Römerkastells entstand in den Jahren zwischen 1897 und 1907 die Rekonstruktion des Saalburg-Kastells. Die Anlage bietet einen annähernd originalgetreuen Eindruck eines römischen Kastells am Limes. In den Innenräumen wurden das Saalburgmuseum und ein Forschungsinstitut eingerichtet.

Die Saalburg wird UNESCO-Welterbe

Im Jahr 2005 nahm die UNESCO den Obergermanisch-Raetischen Limes, die Grenze des Römischen Reiches im heutigen Deutschland, in die Liste des Weltkulturerbes auf. So wurde auch die Saalburg Teil des UNESCO-Welterbes.

Im Rahmen der Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe folgte ein umfangreiches Neubauprogramm und die Umgestaltung zu einem Archäologischen Park. Die historische Bausubstanz aus der Zeit des Wiederaufbaus um 1900 konnte grundlegend restauriert werden. Die Sanierungs- und Neubaumaßnahmen waren 2014 abgeschlossen. Das Land Hessen und der Bund finanzierten die Baumaßnahmen aus Mitteln des „Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten“.

Museumspädagogik

Museumspädagogik

Museumspädagogik

Die Museumspädagogik der Saalburg widmet sich der anschaulichen Vermittlung der römischen Geschichte und der Archäologie. Das rekonstruierte Kastell mit seiner ausgedehnten Innenbebauung, die umfangreichen Sammlungen römischer Originalfunde sowie der umgebende archäologische Park mit zahlreichen Zeugnissen der Vergangenheit bieten den geeigneten Rahmen, die römische Geschichte und das Leben am Limes hautnah erfahrbar zu machen.

Aktivitäten für verschiedene Zielgruppen

Das museumspädagogische Angebot der Saalburg bietet vielfältige Aktivitäten für verschiedene Zielgruppen. Vorschulkinder, Schüler_innen und Jugendliche, Erwachsene und Senioren, Menschen mit Sehbehinderung oder Mobilitätseinschränkungen – für alle haben wir ein geeignetes Programm. Unsere Besucher_innen können römische Soldaten erleben, mit der Puppe Claudius in die Römerzeit reisen, bei Führungen das Kastell und seine Umgebung erkunden, geführte Wanderungen entlang des Limes unternehmen, bei Aktivprogrammen ihre Eignung für die römische Armee und den Teamgeist ihrer Gruppe unter Beweis stellen und vieles mehr.

Näheres zu den Angeboten finden Sie auf folgenden Seiten:
Familien und Kinder
Firmen/Vereine/Private Gruppen
Schulen
Barrierefreie Saalburg

Schülerpraktikum

Die Museumspädagogik der Saalburg bietet jedes Jahr in der Zeit von Januar bis März drei Schüler_innen der Mittelstufe die Möglichkeit ein Schülerpraktikum zu absolvieren. Da die Plätze sehr begehrt sind, werden sie in der Regel mit einem Vorlauf von mindestens einem Jahr vergeben. Wir empfehlen, sich vor dem Einreichen einer Bewerbung telefonisch zu informieren, ob für den gewünschten Zeitraum noch Plätze verfügbar sind.

Kontakt
Der Empfang ist werktags von 10–14 Uhr unter der Telefonnummer 06175 9374-0 oder per E-Mail unter info@saalburgmuseum.de erreichbar.

Leitbild Museumspädagogik

Eine detaillierte Beschreibung unserer museumspädagogischen Ausrichtung und Zielsetzung finden Sie hier:
Leitbild Museumspädagogik (PDF)

Museumspädagogisches Team

Museumspädagoge
Rüdiger Schwarz M.A.
Telefon: +49 (0) 6175 / 9374 -15
E-Mail schreiben

Museumspädagogischer Mitarbeiter
Gerd Herrmann
Telefon: +49 (0) 6175 / 9374 -36
E-Mail schreiben

Förderverein

Förderverein Saalburg e.V.

Wir fördern das Römerkastell Saalburg

Beeindruckt von der Bedeutung, die der Saalburg durch ihre römischen und neuzeitlichen Wurzeln für unsere eigene Geschichte zukommt, und fasziniert von der Anlage in der herrlichen Taunuslandschaft, wollen wir für das Museum und Forschungsinstitut Projekte fördern, die nicht aus dem vorhandenen Etat bestritten werden können.

Diese Vorhaben betreffen zum Beispiel Baumaßnahmen, technische Ausstattungen, Forschungsarbeiten, Publikationen, Ausstellungen, museumspädagogische Projekte, Öffentlichkeitsarbeit oder Veranstaltungen.

Neben der finanziellen Unterstützung sind aber auch Rat und Tat willkommen.

Wir laden Sie ein, durch Ihre Mitgliedschaft und/oder Spende diese Ziele verwirklichen zu helfen.

Sie wollen Mitglied werden – wir revanchieren uns:

  • Sie haben freien Eintritt in die Saalburg.
  • Sie haben ferner freien Eintritt in das Museum Keltenwelt am Glauberg.
  • Wir organisieren für Sie Exkursionen zu archäologisch interessanten Orten (siehe unten).
  • Wir informieren Sie über Veranstaltungen, Ausstellungen und weitere Aktivitäten der Saalburg.
  • Wir stellen Ihnen die Projekte vor, die mit Hilfe des Fördervereins realisiert werden.
  • Außerdem gewährt der Museumsshop Fördervereinsmitgliedern einen Rabatt von 20 % auf Kunsthandwerk, Schmuck und Replikate.

Kontakt

Förderverein Saalburg e.V.
Römerkastell Saalburg
Am Römerkastell 1
61350 Bad Homburg

Rückfragen:
Eckhard Laufer
Römerkastell Saalburg
Telefon: +49 (0) 6175/9374-0
E-Mail: foerderverein@saalburgmuseum.de

Spendenkonto:
IBAN: DE98 5125 0000 0001 0999 06
BIC: HELADEF1TSK
Taunus-Sparkasse

Vorstand Förderverein Saalburg e.V.
Der Vorstand (PDF)

Förderprojekt Garküche und Werkstätten

Seit Juni 2014 sind die Werkstätten eines Beinschnitzers, eines Schuhmachers und eine Garküche in der Fabrica des Römerkastells Saalburg für die Besucher zugänglich. Mit tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins Saalburg e.V. und engagierter Sponsoren ist es gelungen, die Arbeitswelt römischer Handwerker anschaulich zu präsentieren.

Mehr Informationen zum Förderprojekt finden Sie hier: Förderprojekt Garküche und Werkstätten (PDF)

Ihre Mitgliedschaft / Ihre Spende / Datenschutz

Wenn Sie Mitglied werden oder spenden möchten, können Sie die entsprechenden Vordrucke hier herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und per Post an den Förderverein Saalburg e.V. schicken.

Exkursion 2020

Die ursprünglich für den 19. September 2020 geplante Exkursion zum Limestor in Dalkingen sowie zu den Limes-Kastellen in Rainau-Buch und Aalen muss aufgrund der Corona-Pandemie leider ausfallen. Wir bitten um Verständnis und hoffen, diese im nächsten Jahr nachholen zu können.

Informationen zu unseren vergangenen Veranstaltungen

Exkursion zum Freilichtlabor Lauresham und nach Heidelberg, September 2019 (PDF)
Exkursion zum Freilichtmuseum Homburg-Schwarzenacker u. zum Kulturpark Bliesbruck-Reinheim im Saarland, September 2018 (PDF)
Exkursion nach Köln, September 2017 (PDF)
Exkursion zur römischen Villa Nennig und Borg im Saarland, September 2016 (PDF)
Exkursion nach Hillscheid (Westerwald) sowie Mendig und Kretz (Eifel), September 2015 (PDF)
Exkursion nach Lorsch u. Worms, September 2014 (PDF)
Exkursion nach Dieburg und Rödermark-Urberach, September 2013 (PDF)
Exkursion an die Bergstrasse nach Ladenburg, Hirschberg (villa rustica) und Biblis-Nordheim (spätrömischer Burgus), September 2012 (PDF)
Exklusivveranstaltung für Fördervereinsmitglieder zur Eröffnung der Sonderausstellung „Ton + Technik – Römische Ziegel“, August 2012 (PDF)
Exkursion zum Keltenmuseum am Glauberg und nach Arnsburg (römisches Kohortenkastell und Zisterzienserkloster), September 2011 (PDF)
Exkursion an den „Nassen Limes“ nach Großkrotzenburg, Obernburg und Miltenberg, September 2010 (PDF)
Exkursion nach Rheinzabern und Bad Dürkheim-Ungstein, September 2009 (PDF)
Exkursion nach Osterburken und Walldürn, September 2008 (PDF)
Exkursion in das römische Trier, September 2007 (PDF)
Exkursion zum Odenwaldlimes, September 2006 (PDF)
Exkursion in das römische und mittelalterliche Frankfurt, September 2005 (PDF)
Exkursion ins römische Mainz, September 2004 (PDF)

Aktuelle Forschung und Publikationen

Aktuelle Forschung und Publikationen

Die Saalburg als Forschungsinstitut

Die Rekonstruktion der Saalburg und ihrer Umgebung wurde von einer intensiven Forschungstätigkeit der Saalburgmitarbeiter begleitet. Einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte war die Geschichte des Limes und des Limeshinterlandes – vor allem im näheren Umfeld der Saalburg. Wesentlichen Befunde und Teile des reichhaltigen Fundmaterials der Saalburg und der benachbarten Limeskastelle wurden in wissenschaftlichen Publikationen vorgelegt, die bis heute als Standardwerke gelten.

Die Experimentelle Archäologie gehörte zur wissenschaftlichen Praxis der Saalburg, noch bevor dieser Begriff eigentlich geprägt war. So gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgreiche Versuche zu Schanzarbeiten mit Repliken römischer Werkzeuge sowie zur Funktionsweise verschiedener antiker Geschütze.

Wissenschaftlich begleitete, praktische Versuche ergänzten die Erforschung der ausgegrabenen und rekonstruierten römischen Heizsysteme. In jüngerer Zeit wurde diese Tradition durch den Nachbau römischer Werkstätten im Ausstellungsbereich und den Betrieb eines Ziegelofens nach römischem Vorbild fortgeführt.

Die Aufarbeitung des Fundmaterials im Magazin der Saalburg ist bis heute eine wesentliche Aufgabe des Forschungsinstituts im Römerkastell Saalburg. Daher bietet die Saalburg Wissenschaftskollegen die Möglichkeit, Sammlungsbestände zu bearbeiten und wissenschaftlich zu publizieren.

Für ein wilhelminisches Baudenkmal mit römischen Wurzeln ist die Bauforschung ein wichtiger Forschungsschwerpunkt, der Kooperationen mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Institutionen beinhaltet.

Das Herz des Forschungsinstituts ist die umfangreiche Fachbibliothek, die inzwischen über 35.000 Bände umfasst. Schwerpunkt ist die provinzialrömische Archäologie.

Publikationen des Saalburgmuseums

Die Saalburg kann auf eine lange Tradition wissenschaftlicher Publikationstätigkeit zurückblicken. Bereits 1897 veröffentlichte Louis Jacobi das grundlegende Übersichtswerk „Das Römerkastell Saalburg“.

Seit 1910 erscheint regelmäßig das Saalburg-Jahrbuch. Es ist heute eine bedeutende Publikationsreihe der internationalen provinzialrömischen Forschung und enthält umfangreichere Forschungsberichte zu den Fundorten am Limes sowie Fachartikel zu verschiedenen Aspekten des Fundmaterials.

Neben dem Jahrbuch erscheinen seit 1995 in loser Folge die Saalburg-Schriften zu Einzelthemen mit populärwissenschaftlichen Darstellungen, Tagungsberichten und Begleitheften zu Sonderausstellungen.

Eine zusammenfassende Neubearbeitung der archäologischen Befunde aus dem Bereich der Saalburg liegt mit den Monografien „Der Vicus des römischen Kastells Saalburg“ (2010) und „Die Saalburgkastelle“ (2016) von Cecilia Moneta vor.

Der Katalog „Glanz und Alltag. Preziosen aus den Sammlungen des Römerkastells Saalburg“ präsentiert ausgewählte Objekte in ansprechenden Bildern.

Für die Besucher der Saalburg steht ein neues Führungsheft mit dem Titel „Römerkastell Saalburg – Rundgang durch den archäologischen Park“ in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Weitere Führer präsentieren die verschiedenen Dauerausstellungen im Saalburgmuseum.

Saalburg-Jahrbuch

Aktuelle Publikationen und viele Jahrgänge des Saalburg-Jahrbuchs können im Museumsshop und über den Buchhandel bezogen werden.

Dauerausstellung

Dauerausstellung

Entdeckungsreise durch Kastell und Ausstellung

Das unter dem deutschen Kaiser Wilhelm II. wieder aufgebaute Kastell bietet heute ein anschauliches und lebendiges Bild vom römischen Leben am Limes.

Innerhalb der Wehrmauer sind verschiedene Gebäude aus Stein und Holz wiederaufgebaut worden. Sie dienen den verschiedenen Sammlungen des Saalburgmuseums als Ausstellungsräume und zeigen nach antiken Vorbildern rekonstruierte und inszenierte Räume.

Sammlungsgeschichte

Im Jahr 1853 begannen die archäologischen Ausgrabungen auf der Saalburg. Die Fundstücke wurden zunächst im Schloss Homburg aufbewahrt und gingen nach dem Tod des letzten Landgrafen Ferdinand 1866 in den Privatbesitz des Großherzogs Ludwig II. von Hessen-Darmstadt über, der sie nach Darmstadt überführen ließ.

1872 gründete sich der Saalburgverein in Homburg. Der Verein hatte das Ziel, die Erforschung des Kastells und der römischen Siedlung zu unterstützen und für die Funde ein eigenes Museum zu schaffen. Ein erster Schritt wurde mit Errichtung des Gräberhauses 1872 gemacht. Im Inneren sollten die römischen Gräber pietätvoll präsentiert werden. Das tempelartige Bauwerk entstand inmitten des Gräberfeldes der römischen Siedlung entlang der Römerstraße nach Nida, dem heutigen Frankfurt-Heddernheim.

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Erst 1878 gelang durch Vermittlung der Kaiserin Friedrich, der Mutter des späteren Kaisers Wilhelm II., die Rückführung der Sammlung aus Darmstadt nach Homburg. Die Stadt stellte für die Einrichtung eines Museums den großen Raum des ehemaligen Kaffees im Kurhaus zur Verfügung. Das Museum und sein erster Konservator Louis Jacobi feierten am 27. Juli 1879 die Eröffnung.

Kaiser Wilhelm II. kündigte 1897 den Wiederaufbau der Saalburg an und wollte dort das zentrale Limesmuseum Deutschlands einrichten. Wegen des ständigen Zuwachses an Funden durch die Grabungen und zahlreiche Stiftungen wie die Funde aus den Ausgrabungen in Stockstadt 1902 und die Sammlung des Consul Niessen aus Köln 1905 wurde zu diesem Zweck das Gebäude des Horreums errichtet, das 1907 eröffnet wurde.

Auf Anordnung des preußischen Kultusministers wurden dem Saalburgmuseum die Funde der 45 km langen Taunusstrecke zugesprochen. Bis heute bilden daher die Funde der Kastelle Zugmantel, Kleiner Feldberg und Saalburg sowie der dazwischen liegenden Limesabschnitte den Schwerpunkt in der Ausstellung.

Horreum

Der Getreidespeicher des Kastells dient heute als Ausstellungsraum. Hier sind die originalen Funde der Ausgrabungen auf der Saalburg und in anderen Kastellen am Limes ausgestellt. Die Exponate sind nach verschiedenen Lebensbereichen geordnet: Essen und Trinken, Bauen und Handwerk, Waffen und Ausrüstung, Kleidung und Schmuck, Medizin und Körperpflege, Geldwesen und Religion. Neben Gegenständen aus Bronze, Eisen, Glas und Keramik stellen die selten in so gutem Zustand erhaltenen Holz- und Lederfunde eine besondere Attraktion des Museums dar.

Principia

Das zentrale Stabsgebäude beeindruckt durch die große Halle und den stimmungsvollen Innenhof, um den sich Museumsräume gruppieren. In römischer Zeit lagen hier Amtsräume, Schreibstuben und Waffenkammern. Im Hintergrund steht erhöht das rekonstruierte Fahnenheiligtum. Rechts neben dem Fahnenheiligtum wird ein mit originaler römischer Wandmalerei dekorierter Raum präsentiert. Auf der linken Seite des Hofs ist die Dauerausstellung mit dem vergoldeten Pferdekopf aus Waldgirmes zu sehen.

Fabrica

Die Fabrica ist den Werkstattgebäuden römischer Militärlager nachempfunden. Sie wird für Ausstellungen, Veranstaltungen und museumspädagogische Erlebnisprogramme genutzt. Zum Innenhof öffnen sich die rekonstruierten Werkstätten eines Schuhmachers und eines Knochenschnitzers, die die Arbeitswelt römischer Handwerker anschaulich präsentieren. Neben den Werkstätten zeigt die Garküche, wie die Römer Speisen zubereitet und Lebensmittel gelagert haben. Im Filmraum gegenüber erzählt der 3D-Animationsfilm „Die Saalburg. Der römische Adler am Rande des Imperiums“ die Geschichte der römischen Militärpräsenz auf der Saalburg bis zur Aufgabe des Limes. Im Atrium ist die Sammlung originaler römischer Porträtbüsten aus Marmor zu sehen.

Mannschaftsbaracken

In den Centuriae, den Mannschaftsbaracken, waren die einfachen Soldaten untergebracht. Die rekonstruierte Mannschaftsstube, das Contubernium, zeigt die Umstände unter denen acht Soldaten auf engstem Raum gewohnt haben.

Animierte 3D-Modelle

Digitale Sammlung

Animierte 3D-Modelle der Saalburg

Saalburg Sammlung wird digital

In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD (CultLab3D), Darmstadt werden Objekte der Saalburg Sammlung in 3-D digitalisiert.
Dabei wird eine fotorealistische Darstellung in 3-D von Objekten aus unterschiedlichen Materialien angestrebt. Start des Projektes war im November 2019. Ausgewählte Ergebnisse dieser Scans sind hier präsentiert.

Ausgewählte Objekte in 3-D

  • Pferdekopf Waldgirmes
  • Dodekaeder Inv. FMb 2103
  • Fingerring Inv. SM 1
  • Helmmaske Inv. E 67/20.1

Weitere sind in der Digitalen Sammlung zu finden.

Pferdekopf Waldgirmes

Material:                Bleibronze (vergoldet)
Maße:                    55 x 25 x 26 cm
Fundort:                Waldgirmes, Lahn-Dill-Kreis
Datierung:             4 v. Chr. bis 16 n. Chr.

Der Kopf gibt die feingliedrigen Züge eines Pferdes detailgenau wieder. Das Kopfgeschirr ist reich geschmückt mit einer Stirnplatte und Medaillons. Sie zeigen den Kriegsgott Mars und die Siegesgöttin Victoria. Der Kopf ist innen hohl.

Ursprünglich gehörte der Pferdekopf zu einem Reiterstandbild, welches vermutlich auf dem Forum der römischen Siedlung Waldgirmes aufgestellt war. Nach Ende der Siedlung wurde der Kopf sorgfältig in einem Brunnen in sechs Metern Tiefe zwischen Mühlsteinen deponiert.

Dodekaeder

Inventar-Nr.:          FMb 2103
Material:                Bronze
Maße:                    Höhe 5,1 cm
Fundort:                Kastell Kleiner Feldberg, Taunus
Datierung:             2. bis 4. Jh. n. Chr.

Der Dodekaeder, auch Pentagon-Dodekaeder, ist ein würfelartiger Körper mit zwölf fünfeckigen Flächen. Zwölf unterschiedlich große, runde Öffnungen durchbrechen die Flächen. Die Öffnungen werden von konzentrischen Rillen und Kerben gerahmt. Dreißig kleine Kügelchen zieren die Ecken des Dodekaeders. Er ist innen hohl.

Zu seiner Verwendung werden unterschiedliche Forschungsmeinungen diskutiert, z. B. als Mess- oder Eichgerät oder als astrologisches Instrument im kultisch-religiösen Kontext.

Fingerring

Inventar-Nr.:          SM 1
Material:                Gold
Maße:                    Durchmesser 1,9 cm
Fundort:                Kastell Saalburg, Taunus
Datierung:             3. Jh. n. Chr.

Der Reif des Fingerringes besteht aus drei nebeneinander gelegten Drähten, der mittlere ist mit einer Reihe Perlen verziert. Die Enden der beiden äußeren Drähte sind in die Form von Schlangenköpfen gebracht. Auf der ovalen Platte ist die Darstellung der spartanischen Königin Leda mit dem Schwan geprägt. Der griechische Göttervater Zeus näherte sich ihr in Gestalt eines Schwans, um sie zu schwängern.

Leda mit dem Schwan war in der antiken Kunst ein weit verbreitetes erotisches Motiv in allen Kunstgattungen. Fingerringe wie dieser wurden in römischer Zeit gleichermaßen von Frauen und Männern getragen.

Helmmaske

Inventar-Nr.:          E 67/20.1
Material:                Bronze (teils versilbert)
Maße:                    25,4 x 21,5 x 15 cm
Fundort:                Kastell Echzell, Wetteraukreis
Datierung:             Mitte 2. Jh. n. Chr.

Zur Paradeausrüstung römischer Reitersoldaten gehörten reich dekorierte Helme mit Masken, die das ganze Gesicht verbargen. Sie wurden bei den überlieferten Reiterspielen getragen. Bezeugt sind Übungen in komplizierten Formationen und Scheinkämpfe zweier Parteien.

Die Maske aus Echzell weist im Gesicht einen dünnen Überzug aus Silberblech auf. Ihre auffällige Frisur mit den über der Stirn aufstrebenden Locken ist charakteristisch für Porträts Alexanders des Großen. Deshalb bezeichnet man diese Helme als Alexander-Typus. Er kommt zur Zeit des Kaisers Hadrian (117 – 138 n. Chr.) auf, der ein großer Freund der Reiterspiele war.

Sonderausstellungen

Sonderausstellungen

im Römerkastell Saalburg

Aktuelle Sonderausstellung

HAMMER! HANDWERKEN WIE KELTEN UND RÖMER

FREITAG, 26. JUNI 2020 BIS SONNTAG, 07. MÄRZ 2021

Gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Seit jeher werden handwerkliches Wissen und Fertigkeiten durch praktische Anleitung erlangt. Zeigen und Erklären, Vormachen und Nachahmen sind wesentliche Methoden, um die Herstellung von unterschiedlichsten Gegenständen zu vermitteln – und zu verstehen.

Die aktuelle Sonderausstellung folgt diesem Grundsatz: Archäologische Fundstücke aus Hessen ermöglichen einen Blick in die Werkzeugkisten der Kelten und Römer, nachgebaute Gegenstände, Zeichnungen und Filme illustrieren grundlegende handwerkliche Tätigkeiten. So wird der gesamte Prozess vom Rohstoff zum Produkt gezeigt und die angewendeten Verfahrensweisen nachvollziehbar gemacht. Dabei wird deutlich, dass sich viele Werkzeuge und Techniken seit Jahrhunderten kaum verändert haben. Ein keltischer Hammer unterscheidet sich nicht wesentlich von einem römischen oder gar einem modernen Schlosserhammer. Eisen muss noch immer erhitzt werden, um es zu verformen. Und noch heute werden Fasern gerichtet, gesponnen und gewebt, um Stoffe zu erhalten.

Mit großformatigen Zeichnungen im Comic-Stil, zahlreichen Filmen und Elementen zum Nachdenken und Ausprobieren richtet sich die Ausstellung vor allem an ein junges Publikum. Die präsentierten originalen Fundstücke der Kelten und Römer unterstreichen die Bedeutung des Handwerks über Jahrtausende hinweg und belegen das reiche kulturelle Erbe Hessens auch unter diesem so wichtigen Aspekt alltäglichen Lebens.

Kommende Sonderausstellung

Archiv Sonderausstellungen