Dauerausstellung

Entdeckungsreise durch Kastell und Ausstellung

Das unter dem deutschen Kaiser Wilhelm II. wieder aufgebaute Kastell bietet heute ein anschauliches und lebendiges Bild vom römischen Leben am Limes.

Innerhalb der Wehrmauer sind verschiedene Gebäude aus Stein und Holz wiederaufgebaut worden. Sie dienen den verschiedenen Sammlungen des Saalburgmuseums als Ausstellungsräume und zeigen nach antiken Vorbildern rekonstruierte und inszenierte Räume.

Sammlungsgeschichte

Im Jahr 1853 begannen die archäologischen Ausgrabungen auf der Saalburg. Die Fundstücke wurden zunächst im Schloss Homburg aufbewahrt und gingen nach dem Tod des letzten Landgrafen Ferdinand 1866 in den Privatbesitz des Großherzogs Ludwig II. von Hessen-Darmstadt über, der sie nach Darmstadt überführen ließ.

1872 gründete sich der Saalburgverein in Homburg. Der Verein hatte das Ziel, die Erforschung des Kastells und der römischen Siedlung zu unterstützen und für die Funde ein eigenes Museum zu schaffen. Ein erster Schritt wurde mit Errichtung des Gräberhauses 1872 gemacht. Im Inneren sollten die römischen Gräber pietätvoll präsentiert werden. Das tempelartige Bauwerk entstand inmitten des Gräberfeldes der römischen Siedlung entlang der Römerstraße nach Nida, dem heutigen Frankfurt-Heddernheim.

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Erst 1878 gelang durch Vermittlung der Kaiserin Friedrich, der Mutter des späteren Kaisers Wilhelm II., die Rückführung der Sammlung aus Darmstadt nach Homburg. Die Stadt stellte für die Einrichtung eines Museums den großen Raum des ehemaligen Kaffees im Kurhaus zur Verfügung. Das Museum und sein erster Konservator Louis Jacobi feierten am 27. Juli 1879 die Eröffnung.

Kaiser Wilhelm II. kündigte 1897 den Wiederaufbau der Saalburg an und wollte dort das zentrale Limesmuseum Deutschlands einrichten. Wegen des ständigen Zuwachses an Funden durch die Grabungen und zahlreiche Stiftungen wie die Funde aus den Ausgrabungen in Stockstadt 1902 und die Sammlung des Consul Niessen aus Köln 1905 wurde zu diesem Zweck das Gebäude des Horreums errichtet, das 1907 eröffnet wurde.

Auf Anordnung des preußischen Kultusministers wurden dem Saalburgmuseum die Funde der 45 km langen Taunusstrecke zugesprochen. Bis heute bilden daher die Funde der Kastelle Zugmantel, Kleiner Feldberg und Saalburg sowie der dazwischen liegenden Limesabschnitte den Schwerpunkt in der Ausstellung.

Horreum

Der Getreidespeicher des Kastells dient heute als Ausstellungsraum. Hier sind die originalen Funde der Ausgrabungen auf der Saalburg und in anderen Kastellen am Limes ausgestellt. Die Exponate sind nach verschiedenen Lebensbereichen geordnet: Essen und Trinken, Bauen und Handwerk, Waffen und Ausrüstung, Kleidung und Schmuck, Medizin und Körperpflege, Geldwesen und Religion. Neben Gegenständen aus Bronze, Eisen, Glas und Keramik stellen die selten in so gutem Zustand erhaltenen Holz- und Lederfunde eine besondere Attraktion des Museums dar.

Principia

Das zentrale Stabsgebäude beeindruckt durch die große Halle und den stimmungsvollen Innenhof, um den sich Museumsräume gruppieren. In römischer Zeit lagen hier Amtsräume, Schreibstuben und Waffenkammern. Im Hintergrund steht erhöht das rekonstruierte Fahnenheiligtum. Rechts neben dem Fahnenheiligtum wird ein mit originaler römischer Wandmalerei dekorierter Raum präsentiert. Auf der linken Seite des Hofs ist die Dauerausstellung mit dem vergoldeten Pferdekopf aus Waldgirmes zu sehen.

Fabrica

Die Fabrica ist den Werkstattgebäuden römischer Militärlager nachempfunden. Sie wird für Ausstellungen, Veranstaltungen und museumspädagogische Erlebnisprogramme genutzt. Zum Innenhof öffnen sich die rekonstruierten Werkstätten eines Schuhmachers und eines Knochenschnitzers, die die Arbeitswelt römischer Handwerker anschaulich präsentieren. Neben den Werkstätten zeigt die Garküche, wie die Römer Speisen zubereitet und Lebensmittel gelagert haben. Im Filmraum gegenüber erzählt der 3D-Animationsfilm „Die Saalburg. Der römische Adler am Rande des Imperiums“ die Geschichte der römischen Militärpräsenz auf der Saalburg bis zur Aufgabe des Limes. Im Atrium ist die Sammlung originaler römischer Porträtbüsten aus Marmor zu sehen.

Mannschaftsbaracken

In den Centuriae, den Mannschaftsbaracken, waren die einfachen Soldaten untergebracht. Die rekonstruierte Mannschaftsstube, das Contubernium, zeigt die Umstände unter denen acht Soldaten auf engstem Raum gewohnt haben.