Digitale Sammlung

Objekte der Saalburg in 3D

Saalburg Sammlung wird digital

In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Darmstadt werden Objekte der Saalburg Sammlung in 3-D digitalisiert.
Dabei wird eine fotorealistische Darstellung in 3-D von Objekten aus unterschiedlichen Materialien angestrebt. Start des Projektes war im November 2019. Die ersten Ergebnisse dieser Scans sind hier präsentiert.

Vorhandene Objekte in 3-D

  • Pferdekopf Waldgirmes
  • Dodekaeder Inv. FMb 2103
  • Fingerring Inv. SM 1
  • Helmmaske Inv. E 67/20.1

Weitere folgen …

Pferdekopf Waldgirmes

Material:                Bleibronze (vergoldet)
Maße:                    55 x 25 x 26 cm
Fundort:                Waldgirmes, Lahn-Dill-Kreis
Datierung:             4 v. Chr. bis 16 n. Chr.

Der Kopf gibt die feingliedrigen Züge eines Pferdes detailgenau wieder. Das Kopfgeschirr ist reich geschmückt mit einer Stirnplatte und Medaillons. Sie zeigen den Kriegsgott Mars und die Siegesgöttin Victoria. Der Kopf ist innen hohl.

Ursprünglich gehörte der Pferdekopf zu einem Reiterstandbild, welches vermutlich auf dem Forum der römischen Siedlung Waldgirmes aufgestellt war. Nach Ende der Siedlung wurde der Kopf sorgfältig in einem Brunnen in sechs Metern Tiefe zwischen Mühlsteinen deponiert.

Dodekaeder

Inventar-Nr.:          FMb 2103
Material:                Bronze
Maße:                    Höhe 5,1 cm
Fundort:                Kastell Kleiner Feldberg, Taunus
Datierung:             2. bis 4. Jh. n. Chr.

Der Dodekaeder, auch Pentagon-Dodekaeder, ist ein würfelartiger Körper mit zwölf fünfeckigen Flächen. Zwölf unterschiedlich große, runde Öffnungen durchbrechen die Flächen. Die Öffnungen werden von konzentrischen Rillen und Kerben gerahmt. Dreißig kleine Kügelchen zieren die Ecken des Dodekaeders. Er ist innen hohl.

Zu seiner Verwendung werden unterschiedliche Forschungsmeinungen diskutiert, z. B. als Mess- oder Eichgerät oder als astrologisches Instrument im kultisch-religiösen Kontext.

Fingerring

Inventar-Nr.:          SM 1
Material:                Gold
Maße:                    Durchmesser 1,9 cm
Fundort:                Kastell Saalburg, Taunus
Datierung:             3. Jh. n. Chr.

Der Reif des Fingerringes besteht aus drei nebeneinander gelegten Drähten, der mittlere ist mit einer Reihe Perlen verziert. Die Enden der beiden äußeren Drähte sind in die Form von Schlangenköpfen gebracht. Auf der ovalen Platte ist die Darstellung der spartanischen Königin Leda mit dem Schwan geprägt. Der griechische Göttervater Zeus näherte sich ihr in Gestalt eines Schwans, um sie zu schwängern.

Leda mit dem Schwan war in der antiken Kunst ein weit verbreitetes erotisches Motiv in allen Kunstgattungen. Fingerringe wie dieser wurden in römischer Zeit gleichermaßen von Frauen und Männern getragen.

Helmmaske

Inventar-Nr.:          E 67/20.1
Material:                Bronze (teils versilbert)
Maße:                    25,4 x 21,5 x 15 cm
Fundort:                Kastell Echzell, Wetteraukreis
Datierung:             Mitte 2. Jh. n. Chr.

Zur Paradeausrüstung römischer Reitersoldaten gehörten reich dekorierte Helme mit Masken, die das ganze Gesicht verbargen. Sie wurden bei den überlieferten Reiterspielen getragen. Bezeugt sind Übungen in komplizierten Formationen und Scheinkämpfe zweier Parteien.

Die Maske aus Echzell weist im Gesicht einen dünnen Überzug aus Silberblech auf. Ihre auffällige Frisur mit den über der Stirn aufstrebenden Locken ist charakteristisch für Porträts Alexanders des Großen. Deshalb bezeichnet man diese Helme als Alexander-Typus. Er kommt zur Zeit des Kaisers Hadrian (117 – 138 n. Chr.) auf, der ein großer Freund der Reiterspiele war.