Das Römerkastell Saalburg

Antike bis Heute

Römer auf der Saalburg

Der Saalburgpass im Taunus bildete schon in der Antike einen natürlichen Übergang von der Ebene des Mains in das Siedlungsgebiet der Germanen. Hier bauten römische Truppen Anfang des 2. Jahrhunderts ein Kastell aus Holz und kontrollierten diesen wichtigen Verkehrsweg.

Der Limes, die Grenze zwischen dem römischen Reich und den germanischen Stammesgebieten, war zunächst nur eine Schneise im Wald, die von Türmen überwacht wurde. Um das Jahr 120 n. Chr. wurde die Grenzlinie mit einer hölzernen Palisade markiert.

Um 135 n. Chr. kam die 2. Raetische Kohorte mit 600 Fußsoldaten und Reitern auf die Saalburg und baute das Kastell immer weiter aus. Entlang der Straße nach Nida (dem heutigen Frankfurt-Heddernheim) entstand das Lagerdorf (Vicus), eine große Badeanlage, eine Herberge, Tempel und andere öffentliche Bauten. Dort wohnten die Familien der Soldaten zusammen mit Händlern und Handwerkern.

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts bedrohten die germanischen Alamannen die römische Grenze. Die Römer gaben den Limes und die Saalburg schließlich endgültig auf und zogen sich auf das Westufer des Rheins zurück. Kastell und Dorf verfielen.

Ausgrabung und Erforschung

Die verfallenen Mauern der Saalburg dienten seit dem Mittelalter als Steinbruch. Die Zerstörung wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts gestoppt. Um 1850 fanden die ersten archäologischen Untersuchungen statt. In dieser Zeit erforschte die Reichslimeskommission den Limes, seine Kastelle und Wachtürme. Ab 1894 leitete der Architekt und Altertumsforscher Louis Jacobi aus Bad Homburg die Ausgrabungen und später den Wiederaufbau.

Das Kastell und seine unmittelbare Umgebung sind damals vollständig ausgegraben worden. Die Ergebnisse stellten eine bedeutende wissenschaftliche Leistung dar. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. veranlasste 1897 den Wiederaufbau des alten Römerkastells.

Der Wiederaufbau

Auf den antiken Fundamenten des einstigen Römerkastells entstand in den Jahren zwischen 1897 und 1907 die Rekonstruktion des Saalburg-Kastells. Die Anlage bietet einen annähernd originalgetreuen Eindruck eines römischen Kastells am Limes. In den Innenräumen wurden das Saalburgmuseum und ein Forschungsinstitut eingerichtet.

Die Saalburg wird UNESCO-Welterbe

Im Jahr 2005 nahm die UNESCO den Obergermanisch-Raetischen Limes, die Grenze des Römischen Reiches im heutigen Deutschland, in die Liste des Weltkulturerbes auf. So wurde auch die Saalburg Teil des UNESCO-Welterbes.

Im Rahmen der Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe folgte ein umfangreiches Neubauprogramm und die Umgestaltung zu einem Archäologischen Park. Die historische Bausubstanz aus der Zeit des Wiederaufbaus um 1900 konnte grundlegend restauriert werden. Die Sanierungs- und Neubaumaßnahmen waren 2014 abgeschlossen. Das Land Hessen und der Bund finanzierten die Baumaßnahmen aus Mitteln des „Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten“.